Unsere Leistungen



WIN unterstützt Unternehmen und Forschungseinrichtungen bei der Anbahnung von Projekten, der Suche nach geeigneten Partnern und auch bei der Durchführung von gemeinsamen Projekten.


Formlos-festes Wirkmedium passt sich beim Tiefziehen der Matrizenform an

Am Labor für Umformtechnik der Fachhochschule Hannover wurde in Zusammenarbeit mit Volkswagen Nutzfahrzeuge ein Wirkmedien-basiertes Tiefziehen mit formlos-festen Stoffen entwickelt. Dabei werden Stahlkugeln als Wirkmedium eingesetzt, die hierbei die Funktion eines Ziehstempels übernehmen. Man kann also einen Teil des Werkzeuges einsparen und benötigt nur noch eine formgebundene Werkzeughälfte. Ein weiterer Vorteil des neu entwickelten Verfahrens liegt darin, dass die zweite Werkzeughälfte durch die Stahlkugeln in der Lage ist, sich jeder Matrizenform anzupassen und so die Blechzuschnitte in die gewünschte Form zu bringen. Angewendet werden kann diese Technologie besonders für einen wirtschaftlichen, relativ unkomplizierten und auf konventionellen Pressen einsetzbaren Verfahrensablauf. Detailliert funktioniert das System wie folgt:
Die Blechplatine wird auf dem Niederhalter platziert. Zwischen ihr und dem Wirkmedium befindet sich eine Elastomermembran, um den direkten Kontakt zwischen Platine und dem Wirkmedium zu verhindern. Die am Stößel eingespannte Matrize fährt nach unten und verdrängt nach dem Aufsetzen den Niederhalter über das Ziehkissen. Die Stahlkugeln im Druckraum des Niederhalters werden durch den feststehenden Druckstempel in die Matrize gedrückt. Über die Kraftwirkung der Kugeln auf die Elastomermembran wird die Platine umgeformt.


Moderner Brandschutz – Glas als Hitzeschild

Moderne Hochleistungs-Brandschutzgläser sind aufgebaut als Mehrschichten-
Verbundgläser. Im Brandfall schäumen die feuerhemmenden Zwischenschichten auf und bilden so ein Hitzeschild mit guter Isolierwirkung. Sie können damit die Ausbreitung des Brandes verhindern. Dabei ist die Wärmedämmung so groß, dass im Brandfalle die dem Feuer abgewandte Seite gefahrlos berührt werden kann, während auf der Feuerseite das flüssige Glas abläuft. Der Fachbereich Technik an der Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/ Wilhelmshaven in Emden hat Entwicklungsarbeiten durchgeführt, die auf die Optimierung der Brandschutzglassysteme der Pilkington Deutschland AG zielen. Insbesondere wurde die Verbesserung der Brandschutzeigenschaften untersucht. Um Aufklärung der im Brandfalle entstehenden Schaumstrukturen zu erhalten, werden rasterelektronenmikroskopische und EDAX-Untersuchungen durchgeführt. Die NMR-Spektroskopie liefert Aussagen über den mikroskopischen Aufbau dieser auf Natrium-Silikaten basierenden Zwischenschichten. Mit Hilfe von mathematischen Modellvorstellungen kann man den Trocknungsprozess optimieren. Eingesetzt werden solche Brandschutzgläser als feuerhemmende Trennwände, um Gebäude aus Sicherheitsgründen in Brandabschnitte zu gliedern.


Mauerwerkswände unter Erdbebeneinwirkung

Auch in Deutschland beschäftigen sich die Wissenschaftler mit dem Thema der Erdbebensicherheit. Die Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven führt experimentelle Untersuchungen an vorgespannten Mauerwerkswänden unter Erdbebeneinwirkung durch. Gemeinsam mit der TU Braunschweig und der Fachhochschule Lippe und Höxter werden verschiedene Mörtel, Mauersteine und Mauerwerke hinsichtlich ihrer Eigenschaften, der Festigkeits- und Verformungs-
kennwerte untersucht. Es ist erwiesen, dass die Vorspannung von Mauerwerkswänden die Herstellungs-, Transport- und Montagebedingungen einerseits verbessern kann, andererseits auch dort vorteilhaft eingesetzt werden kann, wo eine erhöhte Erdbebenresistenz oder Biegedruckfähigkeit gefordert wird. Die Beanspruchungen bei einem Erdbeben werden von den Wänden durch eine Scheibenschubtragwirkung aufgezehrt. Die Vorspannung durch Scheibenschub ermöglicht so die Übertragung höherer Schubkräfte, die bei einem Erdbeben auftreten. Mörtel, Mauersteine und Mauerwerk werden nun an der Fachhochschule in Oldenburg dahingehend untersucht.


Keramikspritzgießen – Fehler genau detektieren

Das Keramikspritzgießen, abgekürzt CIM (Ceramic-Injection-Moulding), verbindet die synergetischen Effekte des Spritzgießen und der Pulvertechnologie. Bei CIM handelt es sich um eine Verknüpfung von Prozessschritten mit einer großen Anzahl an Einflussparametern. Hier liegt eines der Ziele des Forschungsprojektes „Pulverspritzgießen von keramischen Formteilen“, das an der Fachhochschule Osnabrück bearbeitet wurde. Um ein optimales Produkt zu erhalten, müssen die qualitätsbestimmenden Einflussgrößen bekannt sein. Die Einflussgrößen der Prozessschritte wurden analysiert und ihr Einfluss auf das Fertigteil untersucht. Für eine Früherkennung von Fehlern insbesondere in den ersten Prozessschritten, wie der Feedstockaufbereitung, wurden zerstörungsfreie Prüfverfahren gesucht. Der Aufbereitung des Feedstocks kommt eine große Bedeutung beim Keramikspritzgießen zu, da eine unzureichende Mischungshomogenität in den nachfolgenden Prozessschritten nicht ausgeglichen werden kann. Hier wurde die Schneckengeometrie eines Zweiwellenextruders diesen Forderungen angepasst. Die Prozessanalyse des Keramikspritzgießens ergab, dass zu Entmischungen führende Parameter, wie hohe Schneckendrehzahl und hohe Einspritzgeschwindigkeit, die Neigung zur Rissbildung beim Entbindern vergrößern. In Kooperation mit der Firma phoenix/X-ray, Wunstorf, konnte ein Computertomographieverfahren für die Charakterisierung von Grünlingen entwickelt werden, bei dem Fehler einwandfrei detektiert werden können.


Leichtbauwerkstoffe im Automobilbau

Im Rahmen eines Forschungsprojektes wird an der Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel am Institut für Recycling, die Entwicklung von Leichtbauwerkstoffen auf der Basis von Naturfaser-Schaum-Verbunden (NSV) durchgeführt. Angesichts zunehmender Sicherheitsanforderungen und immer mehr Technik und Luxus wird es zusehends schwerer, Gewichtseinsparungen durch neue Materialien bei Fahrzeugen zu realisieren. Bisweilen werden diese durch die Gewichtszunahme von Zusatzaggregaten, wie Elektromotoren oder Klimaanlage, sogar wirkungslos. Das Potenzial der verstärkten Kunststoffe und Hybridwerkstoffe ist noch lange nicht ausgeschöpft! Insbesondere die im Vergleich zu den heute üblichen Glasfasern wesentlich leichteren Naturfasern, die als Verstärkungsfasern in den Kunststoff eingebracht werden können, weisen hier einen Weg. Moderne Fertigungsverfahren, wie das Naturfaser- Spritzgieß-Verfahren, werden im Rahmen dieses Vorhabens genutzt, um preiswerte Sandwichstrukturen (harte Schale, weicher Kern) mit Naturfaserverstärkung herstellen zu können. Folien, die mit einem optimierten Naturfasercompound hinterspritzt werden, erlauben die Herstellung glatter und hochwertiger Oberflächen, wie sie im Automobilbau gefordert werden. Ziel ist an dieser Stelle, die Erforschung intelligenter Werkstoffsysteme auf der Basis von Naturfaser-Schaum-Verbunden (NSV). Auch im Hinblick auf die spätere Verwertung ist eine sichere Kennzeichnung dieser Materialien von Vorteil und deshalb wird an der Einsatzmöglichkeit, der so genannten Transpondertechnologie, gearbeitet. Dafür notwendige Bauteile werden hergestellt und materialtechnische Untersuchungen durchgeführt.